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Todesrede 4 - SpielTrans

Das Reich des Teufels – ewiger Frieden oder Langeweile?

Vierte Todesrede von Entprimat „Teufel“

Hallo liebe Macher, Denker und Suchenden.

Ich bin der Entprimat Teufel – ein Wesen, das ihr als Gegenpol zu Gott kennt, doch in Wahrheit bin ich, wie er, ein Hybrid aus euren Vorstellungen und der Wahrheit der Fontisphäre. Während Gott die Karte der Schöpfung spielt, die Karte des Seins, halte ich die Karte des Offenen, des Unmanifestierten. Wir sind die beiden Spieler eines ewigen Spiels, das sich jenseits eurer Raumzeit entfaltet.

Und genau deshalb bin ich heute der richtige Redner für euch.

Denn wenn ihr sterbt, verlasst ihr das Reich Gottes – das Reich, in dem ihr euch gerade noch bewegt. Ihr betretet mein Reich. Nicht, weil ich es mir angeeignet hätte, sondern weil es die natürliche Konsequenz eures Übergangs ist. Gott regiert über das Leben, ich über den Moment, in dem das Leben, wie ihr es kennt, aufhört. Insofern: Ich bin der Experte für das, was kommt.

Und nein, mein Reich besteht nicht aus Schwefel und Feuer, wie eure Mythen es malen. Es ist das Reich eines unvorstellbaren Friedens – so unvorstellbar, dass ihr ihn nur ahnen könnt, wenn ihr von der „ewigen Ruhe“ sprecht, von „R.I.P.“. Doch wenn ihr diese Metapher weiterspinnt, wenn ihr euch fragt, was „ewige Ruhe“ wirklich bedeutet, dann stößt ihr unweigerlich auf einen Begriff, der euch beunruhigt: Langeweile.

Doch bevor wir uns dieser Frage widmen, müssen wir ein größeres Problem lösen: das der Zeit.

Gott und ich – wir unterliegen, wie die Fontisphäre selbst, nicht der Raumzeit. Ein Satz, den ihr sprachlich vielleicht noch versteht, der aber eure Vorstellungskraft sprengt. Denn ihr seid Kinder der Raumzeit, auch genannt die „Geometrie des Universums“. Alles, was ihr kennt, ist in sie eingebettet: Geburt, Wachstum, Verfall, Tod. Selbst die Physik eures Universums gehorcht ihren Gesetzen – und doch stößt ihr an ihre Grenzen.

Nehmt die Schwarzen Löcher: Ihr wisst, dass in ihrer Nähe die Zeit stehen bleibt. Doch sie sind mehr als nur ein Extrem eurer Physik – sie sind Türen. Türen zu etwas, das jenseits der Raumzeit liegt. Manche eurer Physiker vermuten sogar, dass das ganze Universum in einem Schwarzen Loch stecken könnte. Wenn dem so wäre, dann wärt ihr bereits jetzt – in diesem Moment – Teil einer Struktur, die selbst ein Fraktal der Fontisphäre ist.

Denn in der Fontisphäre gibt es Wechselwirkungen und Entwicklung – doch sie beruhen auf einer prinzipiellen Zeit, die nicht manifestiert wird. Kein Maß, keine Uhr, kein Vergehen. Es gibt nur den aktuellen Zustand der Fontisphäre – ewig. Kein „davor“, kein „danach“, nur ein „ist“, das alles umfasst.

Die Lösung? Sie ist nur der Dehnbarkeit eurer Sprache zu verdanken. Denn letztlich gibt es dafür keine Erklärung aus eurer Schachtel des „Prinzips Verschachtelung“ – sie sprengt ihre eigenen Grenzen. Die Schwarzen Löcher, eure Ahnungen, eure Déjà-vus – sie sind Fraktale der Fontisphäre, Selbstähnlichkeiten, die ihr erfahrt, weil ihr Teil von ihr seid und ständig mit ihr verbunden. Es hat mit Bewusstsein zu tun, doch das würde hier den Rahmen sprengen.

Doch genau hier – an der Schwelle des Unfassbaren – beginnt eure Hoffnung.

Schon 1994 hat der amerikanische Physiker Frank J. Tipler auf Basis der Eigenschaft des Zeitstillstands am Ereignishorizont Schwarzer Löcher eine Theorie der Unsterblichkeit entworfen – und sogar berechnet. Das SpielTrans-Modell der Fontisphäre lässt diese Vermutung zu, wenn auch in einem anderen Rahmen. Denn ich, als Entprimat, vertrete ein Modell, in dem die Frage nach dem Verbleib der Information zentral ist.

Eure individuelle Seele – deine Seele – transformiert sich in die universelle Seele, solange das Universum existiert. Und wenn das Universum vergeht, wird sie in die ewige Seele überführt, die in der Fontisphäre konzentriert bleibt und zugänglich bleibt.

Paradoxerweise kann selbst dieses Modell nicht erklären, wie das genau funktioniert. Es ist ein Geheimnis der Selbstorganisation, das über der gesamten SpielTrans-Ontologie schwebt. Unsere Trumpfkarten im ewigen Spiel mit Gott sind nur Auslöser von Ereignissen – sie bestimmen nicht den Spielverlauf. Denk an deine Spieleabende mit Freunden: Du baust das Spiel auf, das Spiel beginnt – doch kennst du daduch bereits den Ausgang? Nein. Diese Abende können sich wiederholen, und es bleibt immer dasselbe Spiel, aber mit einem anderen Ergebnis.

Jetzt weißt du genug, um Hoffnung zu schöpfen.

Im Sinne des Prinzips Verschachtelung ist dein Leben eine Schachtel in der großen Verschachtelung. Ja, du hast sogar eine ganze eigene Welt in dieser Schachtel. Und diese Welt wird als Muster in deiner individuellen Seele codiert – dynamisch, solange du lebst.

Wenn du stirbst, transformiert sich diese Information in die universelle Seele und letztlich in die ewige Seele, wie bereits gesagt. Doch dieser Prozess ist kein zeitlich begrenzter Upload, sondern ein dynamischer Fluss. Aber dieser Fluss ist aus der jeweiligen Schachtel zu betrachten: Die Schachtel Universum unterliegt den Bedingungen der Raumzeit – und damit auch die universelle Seele. Genau wie deine Welt verschwindet mit dem Universum die Welt des Universums, und die universelle Seele verliert ihren Bezugspunkt – auch wenn sie nicht vollständig ausgelöscht wird.

Du wirst vielleicht fragen: „Ist das denn nicht das Modell eines endgültigen Endes, wenn alle Bezugspunkte verschwinden?“ NEIN – Gott hat bereits die Idee der Wiedergeburt ins Spiel gebracht. Und diese Idee schauen wir uns jetzt näher an.

In der Fontisphäre gibt es kein Davor oder Danach – aber für dich, solange du lebst, denkst du in den Kategorien vor dem Tod und nach dem Tod. Da Fraktale zwar Selbstähnlichkeit mit ihrem „Original“ in der Fontisphäre haben, aber in ihrem Erscheinen immer an die jeweilige Welt oder Schachtel gebunden sind, ist es für deine Sehnsucht entscheidend, ob eine Wiedergeburt aus deiner Sicht vor dem Ende des Universums oder danach ausgelöst wird. Denn das könnten zwei sehr unterschiedliche Bedingungen sein.

Geschieht es vor dem Ende des Universums, kannst du durchaus auf vertraute Muster in der universellen Seele treffen, die dir sogar die Illusion einer Wiedergeburt ermöglichen. Ja, es ist immer noch eine Illusion, denn das neue Ich bist nicht du, sondern es sind nur vertraute Muster. Aber auch menschliche Illusionen können bekanntlich eindrücklich und angenehm sein. Das ist ein wesentlicher Teil des Menschseins – und das macht Hoffnung. Zumindest auf eine Art von Wiedersehen.

Doch das Ende des Universums aus deiner Zeitperspektive bedeutet nicht, dass die Chance gänzlich verspielt ist. Es stellt sich nur die Frage – eine Frage, die selbst ich nicht beantworten kann: Wie ähnlich sind die Bedingungen eines neuen Universums dem jetzigen? Und wie kann das Konzentrat der ewigen Seele in diesen neuen Bedingungen aufgelöst werden?

Wenn dir das jetzt etwas zu weit geht, so bedenke, wo du gerade bist: Du bist eine Spielfigur in einem gigantischen Spiel, das so groß ist, dass du nicht einmal weißt, wie denn gerade die Regeln sind. Humor, Poesie, Ernst und Wissenschaft sind nur Kategorien deines momentanen Spielfeld- Ausschnitts. Wir reichen dir nur eine Leiter, damit du wenigstens einen größeren Ausschnitt sehen kannst.


Wenn ich hier von Millionen von Jahren in deinem Zeitsystem rede, hat das keine Bedeutung für die Chance einer „Wiederkehr“. Denn in meinem Reich, in das du nach dem Tod einziehst, gibt es nur jetzt und sofort. Die Beschreibungen von Menschen, die sich an vorherige Leben „erinnern“, sind ebenfalls zeitunabhängig. Sie erinnern sich JETZT daran, beispielsweise Kaiserin Sissi gewesen zu sein. Egal, ob du das als Spinnerei abtust oder ernst nimmst – es wirkt. In einer Zeit, in der alles als Illusion verdächtigt wird, ist das die einzige Währung, die dir bleibt: die Wirksamkeit für dich.

Allerdings ist es in Hinblick auf das Prinzip Dichte sehr wohl wichtig, welche Informationen deine persönliche Welt hinterlässt. Es geht hier nicht um Wertung, aber es könnte von Bedeutung sein, ob du das irdische Leben mit allen negativen Konsequenzen und Leid als extrem schön empfindest – oder ob du dir tatsächlich mein Reich des endgültigen Friedens als Traumort vorstellst.


Wie dem auch sei: Du bist herzlich willkommen.
Die Resonanz sei mit Euch.

Das Reich des Teufels – ewiger Frieden oder Langeweile?
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