Laden
Todesrede 6 - SpielTrans

Wachst du auf – oder bist du schon tot?

Sechste Todesrede von Claire Entprima

Hallo liebe Macher, Denker und Suchenden.

Ihr fragt euch, was ich als politische Entprimatin hier zu sagen habe, wo es doch um transzendente Dinge geht, die nach dem Tod eine Rolle spielen. Doch bereits Custos Memoriae hat den Bogen zum irdischen Leben geschlagen – und ich gehe jetzt noch einen Schritt weiter: zum ordnenden Geist. Denn dort liegt meine Expertise.

Bei näherer Betrachtung des Themas und der gesamten SpielTrans-Ontologie fällt auf: Das 3- Sphären-Modell, von oben nach unten gelesen, entfernt sich immer weiter von der Verbindung zur Fontisphäre. Dass die Körpersphäre samt sinnlichem Geist trotz aller großen Zusammenhänge eher aus der Perspektive der irdischen Existenz zu sehen ist, leuchtet ein. Doch was ist mit dem ordnenden Geist, der nicht zufällig genau in der Mitte steht und bereits im Modell als Ausgangspunkt fungiert?

Wo ist die Ordnung in der Fontisphäre, wenn sie selbst kein ordnender Gott ist?

Sie liegt nicht in einem Prinzip – sie liegt im Zusammenspiel der 8 Prinzipien, das wie ein Fraktal mal Chaos, mal Harmonie gebiert. Ordnung entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch die Dynamik des Spiels selbst.

Und in der Tat: Fraktale tauchen in der Chaostheorie nicht auf einer Ebene auf, sondern im Verlauf der Iteration – oft überraschend. Fraktale sind Zeichen von Ordnung. Man könnte sagen: Ordnung wird im Chaos geboren. Und genau das ist das Vermächtnis der Fontisphäre an die Menschen. Dieses Vermächtnis kommt diffundierend in unserer individuellen Seele an, auch wenn der transzendente Geist die Tür zur Seele nicht geöffnet hat.

Der deutsche Philosoph Hegel nannte das „Natürliches Bewusstsein“. Doch wir nennen es „halbes Bewusstsein“. Es funktioniert auch ohne aktives Denken und Lernen, hat aber nur sehr eingeschränkte Wirkung. Dieses Bewusstsein taugt keinesfalls zur Übernahme von Verantwortung als entscheidungsfähiger Agent, der wir nun einmal sind. Es reicht nicht einmal dazu, das eigene Leben zu ordnen, geschweige denn die ganze Erde. Es ist wie ein Motor, der im Leerlauf läuft: Er verbraucht Energie, ohne voranzukommen.

Doch wir haben auch Namen für diese Art des Vegetierens: Dummheit und Ignoranz! Schauen wir uns an, welchen Einfluss diese Ignoranz auf ein Leben nach dem Tod hat.

Wie meine Vorredner bereits ausgeführt haben, transformiert unsere individuelle Seele bis in die ewige Seele. Doch was soll transformiert werden, wenn nichts da ist, außer dem bereits Empfangenen? Das ist, als würdest du ein Eis am Eiswagen mit demselben Eis bezahlen. Der Eisverkäufer würde sagen: „Danke, aber Eis habe ich genug – ich verkaufe es nur.“


Dein statisches, geschenktes Ich ist keine Währung, die in die Lotterie einzahlt, in der eine Wiederkehr verlost wird. Du bist bereits vor dem Sterben endgültig tot und wirst nicht einmal das Reich des Teufels erreichen, denn das ist immer noch Teil des Seins.

Soweit meine Rede an alle Zuhörer.

Die folgenden Gedanken richten sich nur noch an die Spieler, denn die Schlafwandler sind bereits wieder eingeschlafen auf ihrem Weg ins absolute NICHTS. Vielleicht träumen sie ihre Illusion von einem Leben weiter, das sie nie betreten haben. Das Einzige, was sie aufwecken könnte, wäre eine Erscheinung der irdischen Wirklichkeit, in der sie beispielsweise als Soldaten von ihren Manipulatoren, die ihnen ein schöneres Leben versprochen haben, in den Krieg geschickt werden und dort elendiglich verrecken.

Nun sagt ihr verbliebenen Zuhörer zu Recht: „Ja, aber wir verrecken auch in demselben Krieg, den wir nie gewollt haben.“ Genau. Und deshalb müssen wir etwas tun, damit es nicht dazu kommt. Und genau wie ich mich bereits von den verirrten Scheintoten verabschiedet habe, müsst ihr euch auch verabschieden. Leider wird unsere Erde nicht von der Fontisphäre oder Gott gelenkt wie ein ferngesteuertes Modellauto. Und zuhören werden euch Schlafwandler auch nicht, weil es in sich unlogisch ist.

Gegenhass oder gar Gegengewalt funktionieren nicht, denn sie sind für die Ignoranten die einzige Nahrung, die die Illusion vom Leben aufrechterhält – denn die Blindgläubigen glauben ja tatsächlich zu leben. Gegenhass ist wie Wasser auf eine brennende Lüge zu gießen – es löscht nicht, es verbreitet nur den Rauch. Und Rauch ist die einzige Nahrung, die die Scheinlebendigen noch am Leben hält.

Wir reden über sie, weil wir selbst noch nicht ganz wach sind. Jedes Wort, das wir an sie verschwenden, ist ein Rettungsseil, das wir ihnen zuwerfen – obwohl sie längst ertrunken sind. Aber Vorsicht: Wer zu lange mit Leichen spricht, beginnt selbst zu riechen.

Die Ignoranten sind schon tot. Aber wir? Wir sind die Letzten, die es noch nicht wissen. Und das Schlimmste? Wir lieben es, es nicht zu wissen. Denn solange wir über sie reden, müssen wir uns nicht eingestehen, dass wir selbst vielleicht noch nicht ganz lebendig sind.

Es gibt keine Statistik der Ignoranz. Aber wir müssen uns trotzdem auf den Kampf vorbereiten. Es gibt sicherlich viele Mitläufer, die noch zu retten sind, aber auch die sind bereits von der Gleichgültigkeit befallen. Jede feindliche Ansprache gibt ihnen neue Nahrung und schwächt eure Position als Spieler des Lebens. Wählt eure Waffen behutsam, aber entschlossen:

• Humor,
• Kunst,
• Ironie,
• die Macht der Rede.

Und ja, ihr müsst euch auch über den Worst Case Gedanken machen – aber Denken ist doch eure größte Macht! Ihr seid es, die wortgewaltig so formulieren können, dass es die Ignoranten gar nicht verstehen, aber eure eigenen Reihen schließt. Zielt auf die Anonymität der Dummheit, denn auf dieser Ebene sind Schlafwandler machtlos. Und zum Ende der Rede noch einen Appell an meine Kollegen, die Politiker der Vernunft: Drei Gebote für Politiker der Vernunft:

Erstes: Entzieht den Extremisten die Nahrung. Nicht mit Argumenten – mit Stille. Nicht mit Wut – mit Klarheit.

Zweitens: Benennt die wahren Feinde. Nicht die Extremisten sind das Problem – Korruption und Lobbyismus sind ihre Waffen. Nenne das Kind beim Namen: Das System frisst seine eigenen Kinder.

Drittens: Erzählt die Zukunft – nicht die Vergangenheit. Die Menschen wollen keine Regeln hören. Sie wollen eine Vision. Gebt ihnen Bilder des Möglichen – nicht Analysen des Unmöglichen.

Und falls einige Schlafwandler kurzzeitig wieder aufgeschreckt worden sind:

„Ihr denkt, ihr lebt? Ihr denkt, ihr habt Macht? Ihr seid bereits die Leichen in eurem eigenen Grab. Ihr kraucht nicht nur – ihr wart nie aufrecht. Ihr wart nie.“

Die Resonanz wird nicht mit euch sein. Die Resonanz wird mit den Lebendigen sein.

Mit denen, die bereit sind, die Leichen zu begraben – und endlich das Leben zu wagen.
Die Fontisphäre wartet nicht. Sie ist. Und sie fragt euch nur eine Sache: „Wachst du auf – oder bist du schon tot?“

Wachst du auf – oder bist du schon tot?
INSERT_STEADY_NEWSLETTER_SIGNUP_HERE

Schreibe einen Kommentar